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Richtig sitzen

Die meiste Zeit verbringt der Mensch im Liegen und im Sitzen – um so wichtiger, dass dabei keine Schmerzen entstehen. Besonders Sitzen über einen langen Zeitraum, zum Beispiel im Büro, belastet die Gelenke.

Grundsätzlich gilt: Abwechslung und Bewegung fördern das Wohlbefinden, eine starre Dauerhaltung macht krank. Sitzt man etwa über längere Zeit nach vorne gelehnt auf einem Stuhl, erhöht sich der Druck auf die Bandscheiben. Die Rückenmuskulatur gleicht diesen Druck vorerst aus, doch langfristig überdehnen sich die Längsbänder und drücken schmerzhaft auf die Nerven. Neben Rückenschmerzen stellen sich zusätzlich oft Muskelverspannungen im Kopf-, Rücken- und Halsbereich ein.

Der richtige Stuhl

Richtig sitzen
Oftmals werden die Schmerzen erst ernst genommen, wenn sie permanent auftreten und den Alltag dauerhaft belasten. Wirken Sie dem entgegen: Machen Sie es sich bequem und verhindern Sie mit einfachen Mitteln Kopf-, Glieder- und Rückenschmerzen – mit der richtigen Sitzposition!

Ein guter Stuhl unterstützt das richtige Sitzen. Verstellbare Sitzhöhen und ergonomische, flexible Rückenlehnen fördern eine dynamische Sitzhaltung.

Achten Sie neben dem festen Stand des Stuhles auf eine gute Rückenlehne. Beim Sitzen benötigt die Wirbelsäule Unterstützung, damit die S-Form eingehalten werden kann. Auf geringen Druck sollte die Lehne jedoch auch nachgeben (Schwinglehne) und nicht starr sein.

Viele Stühle lassen sich auf das eigene Körpergewicht einstellen: Je höher das Körpergewicht, desto härter sollte die Lehne federn. Eine abgerundete Sitzfläche mit ausreichend Platz garantiert zusätzlich die Blutzirkulation in den Beinen und entlastet das Gesäß.
Ein guter Stuhl:
hat einen sicheren Stand und gebremste Rollen
ist höhenverstellbar
hat eine verstellbare, nachgiebige Rückenlehne
weist eine abgerundete Sitzfläche auf

Bequem und gesund Sitzen

Neben dem richtigen Stuhl können Sie einiges an Ihrer Arbeits- bzw. Sitzfläche verändern, um den Rücken nicht zusätzlich zu belasten:
Bequem und gesund sitzen
Viel genutzte Materialien sollten in direkter Greifnähe liegen.
Die Höhe des Stuhles sollte so eingestellt sein, dass die Füße ganzflächig den Boden erreichen und das Gesäß trotzdem ganz hinten auf der Stuhlfläche sitzt.
Wenn die Unterarme flach auf dem Schreibtisch aufliegen können, ohne dass die Schultern hochgezogen werden, ist die Höhe ideal.
Den Platz unmittelbar vor dem Körper benötigen die Arme als Ablagefläche. Wenn die Oberarme locker hängen, sollten die Unterarme eine waagerechte Linie zur Tischfläche bilden.
Der Winkel zwischen Ober- und Unterarmen sollte mindestens 90 Grad betragen.
Ober- und Unterschenkel sollten, neben einer ausreichenden Beinfreiheit, einen Winkel von 90 Grad oder mehr bilden.

Bewegung muss sein

Bewegung muss sein
Selbst der beste Stuhl und die beste Sitzposition können eine gewisse körperliche Belastung nicht vermeiden. Die Wirbelsäule braucht daher regelmäßig Abwechslung, um die Bandscheiben und Muskeln zu entlasten. Durch die Veränderung der Sitzposition und die Verlagerung des Gewichtes werden andere Partien der Sitzfläche belastet.

Zudem können leichte gymnastische Übungen den Körper zusätzlich entlasten: Den Brustkorb oder Nacken ein paar Mal vor- und zurückbewegen, mit dem Becken kreisen, sich entspannt im Stuhl zurücklehnen oder einige Minuten lang in aufrechter Position bewusst ein- und ausatmen.

Für eine bewusste Bewegungseinheit bieten sich Gymnastikbälle an. Diese sind in verschiedenen Größen erhältlich. Da sie jedoch keine Rückenlehne besitzen, sollte man diese nur über eine kurze Zeit einsetzen.

Versuchen Sie grundsätzlich, am Tag so häufig wie möglich aufzustehen und kurze Strecken zu gehen. Dies führt zu einem erhöhten Sauerstoffverbrauch und verhindert verkrampftes Sitzen über eine längere Zeit.
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